Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Radiologie

Autorin: Dr. med. Bora Ramm

Facettenreich, zukunftsorientiert und innovativ: Das zeichnet die Radiologie für Dr. Bora Ramm aus. Dr. Ramm ist Gesellschafterin einer radiologischen Praxis und erzählt Ihnen in ihrem Beitrag, was die Radiologie so faszinierend macht und warum die Familie dabei nicht zu kurz kommt.

Dr. Bora Ramm © privatIch bin ein visuell veranlagter Mensch. Dennoch hatte ich wie viele andere Studentinnen und Studenten nicht primär Radiologie als Fach auf dem Schirm. So fing ich nach dem Studium erst einmal mit einer internistischen Weiterbildung an, bis ich immer mehr merkte, dass mir CT- und MRT-Bilder mehr Spaß machten als meine Tätigkeit auf der Station. So kam ich zur Radiologie und bin geblieben.

Die Radiologie ist ein wunderbar interdisziplinäres Fach: Man kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch tätig werden. Es war immer ein zukunftsorientiertes, innovatives Fach und wird es insbesondere mit hohem Potenzial für künstliche Intelligenz (KI) auch bleiben. Besonders schön an der Radiologie ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, da sie sehr gut für eine Teilzeitbeschäftigung geeignet ist. Man geht mit einem freien Kopf nach Hause, da die meisten Befunde am gleichen Tag abgeschlossen werden. Ich arbeite in einer inhabergeführten Praxis als Radiologin und Gesellschafterin von vier Gesellschaftern. Unsere Praxis versorgt das angeschlossene 600-Betten-Haus. Durch den regen Austausch mit den klinischen Kolleginnen und Kollegen sowie Zuweiserinnen und Zuweisern bleibt das Spektrum groß und es wird nie langweilig. In zehn Jahren wird man in der Radiologie und in der gesamten Medizin mithilfe der KI anders arbeiten als bisher und darauf freue ich mich.

Vor mir gab es noch keine Gesellschafterin in unserer Praxis und in der Elternzeit musste ich auch in einem Bewerbungsgespräch die Erfahrung machen, dass eine Mutter mit einem Baby nicht als Chefärztin eines mittelgroßen Krankenhauses in Frage kommt. Dennoch habe ich nicht das Gefühl, dass ich in einer Männerwelt durchgehalten habe. Es hat sich für mich immer eine Tür aufgetan, indem ich authentisch geblieben bin. Ich bin glücklich mit meiner Arbeit – ich kann gemeinsam mit meinen Kollegen gestalten, damit die Patientinnen und Patienten besser versorgt werden und unsere Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter sich entfalten können. Möglich wird meine Selbständigkeit durch meinen Mann, der seit der Geburt unserer Tochter in Teilzeit arbeitet und alles rund um Kind und Haus managt – so kann ich mich auf die Praxisarbeit konzentrieren, dafür bin ich sehr dankbar.

Dr. Bora Ramm ist Fachärztin für Radiologie und Gesellschafterin des MVZ Itzehoe - Radiologie und Nuklearmedizin am Klinikum Itzehoe.